Zum Inhalt springen
Wohlfühlwissen

Das Lexikon für Wohlbefinden im Alltag

Definition

Chronotyp

Der Chronotyp beschreibt, zu welchen Tageszeiten ein Mensch bevorzugt schläft und aktiv ist, etwa als Früh- („Lerche“) oder Spättyp („Eule“).

Kurz gesagt: Der Chronotyp beschreibt die persönliche Vorliebe für Schlaf- und Aktivitätszeiten. Umgangssprachlich heißen Frühaufsteher „Lerchen“, Spätaufsteher „Eulen“.

Herkunft und Bedeutung

Die Einteilung in Lerchen und Eulen ist über 100 Jahre alt. Lerchen stehen früh auf, sind schnell leistungsfähig und abends früh müde. Eulen kommen langsamer in Gang, bleiben abends aber lange aktiv. Die meisten Menschen liegen zwischen den Extremen.

Was im Körper passiert

Nach einem Fachartikel in Chronobiology International wird der Chronotyp weitgehend von der inneren Uhr bestimmt. Genvarianten und Umwelteinflüsse tragen zur Verteilung in der Bevölkerung bei. Was die innere Uhr ist, erklärt der Eintrag zum zirkadianen Rhythmus. Das Hormon Melatonin gehört zu den Signalgebern.

Was die Forschung sagt

  • Der Chronotyp verändert sich mit dem Alter: Ab etwa 12 bis 13 Jahren werden Jugendliche rasch zu Abendtypen.
  • Frauen orientieren sich im Mittel etwas früher als Männer und schlafen etwas länger.
  • Weichen Arbeits- oder Schulzeiten stark von der inneren Uhr ab, spricht die Forschung von „sozialem Jetlag“.

Studien der Universität Tübingen nennen unter anderem Zusammenhänge mit Schulleistungen und Karriereoptionen. Das sind statistische Mittelwerte, auf die einzelne Personen nicht zutreffen müssen, und für manche Zusammenhänge fehlen langfristige Studien.

Wer wissen möchte, zu welchem Typ er gehört, kann beobachten, wann er an freien Tagen ohne Wecker einschläft und aufwacht und wann er sich am leistungsfähigsten fühlt. Fragebögen zur Selbsteinschätzung gibt es ebenfalls; ihre Ergebnisse sind Näherungen. Auch Jahreszeit, Lichtverhältnisse und Alter wirken mit. Schule und Beruf beginnen oft früh, was Spättypen benachteiligen kann.

Praxis: Mit dem eigenen Chronotyp arbeiten

Hilfreich ist, wichtige Aufgaben in die persönliche Leistungsspitze zu legen und Schlaf- und Aufstehzeiten möglichst regelmäßig zu halten. Morgens helles Tageslicht kann den Rhythmus stützen. Weitere Regeln stehen unter Schlafhygiene; Schlafzeiten lassen sich mit dem Schlafzyklus-Rechner abschätzen.

Bei anhaltenden Schlafproblemen oder starker Tagesmüdigkeit sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Wer Schichtarbeit leistet oder oft Nachtdienste hat, erlebt Abweichungen zwischen innerer Uhr und Arbeitszeit besonders deutlich. Auch dann gilt: Der Chronotyp ist ein Erklärungsmodell und kein Urteil, und er lässt Spielraum für individuelle Lösungen.

Quellen

Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.

Fragen und Antworten

Was bedeutet Lerche oder Eule?

Lerchen sind Frühtypen, die früh aufstehen und abends früh müde werden. Eulen sind Spättypen, die morgens länger brauchen und abends lange wach bleiben. Die Begriffe sind seit über 100 Jahren üblich.

Lässt sich der Chronotyp ändern?

Er ist weitgehend von der inneren Uhr bestimmt und wird von Genen und Umwelt beeinflusst. Mit dem Alter verschiebt er sich, in der Pubertät etwa Richtung Abend. Regelmäßige Zeiten und Tageslicht können den Rhythmus stützen.

Was ist sozialer Jetlag?

So heißt die Abweichung zwischen der inneren Uhr und den sozialen Zeiten wie Arbeitsbeginn oder Schule. Er kann zu Schlafmangel führen, wenn die Zeiten nicht zum Chronotyp passen.

Siehe auch

  • Zirkadianer RhythmusDer zirkadiane Rhythmus ist die innere Uhr, die körperliche, geistige und Verhaltensänderungen im Verlauf von etwa 24 Stunden steuert, etwa Schlaf und Wachsein.
  • SchlafhygieneSchlafhygiene umfasst Verhaltensweisen und Umgebungsbedingungen, die gesunden Schlaf fördern, zum Beispiel feste Zeiten und ein ruhiges, kühles Schlafzimmer.
  • MelatoninMelatonin ist ein vom Körper bei Dunkelheit gebildetes Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus mitsteuert und in Deutschland verschreibungspflichtig ist.
  • PowernapEin Powernap ist ein kurzer Tagschlaf von etwa 10 bis 20 Minuten, der das Mittagstief überbrücken soll.
  • CortisolCortisol ist ein in der Nebennierenrinde gebildetes Hormon, das den Körper leistungsfähig macht und bei Stress vermehrt ausgeschüttet wird.