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Wohlfühlwissen

Das Lexikon für Wohlbefinden im Alltag

Definition

Me-Time

Me-Time ist bewusst eingeplante Zeit für sich allein oder für Dinge, die man selbst gewählt hat, ohne Verpflichtungen gegenüber anderen.

Kurz gesagt: Me-Time ist Zeit, die jemand bewusst für sich selbst einplant, ohne Verpflichtungen gegenüber anderen. Sie kann allein verbracht werden, wichtig ist die freie Wahl der Tätigkeit.

Begriff und Abgrenzung

Der Ausdruck kommt aus dem Englischen und wird im Alltag für Auszeiten verwendet. Verwandt sind Self-Care und Selbstliebe. Me-Time ist weniger eine Methode als ein Zeitfenster, das jede Person nach eigenem Geschmack füllt.

Was die Forschung sagt

Eine Studienreihe in der Fachzeitschrift Personality and Social Psychology Bulletin untersuchte, wie sich Alleinsein auf Gefühle auswirkt. Ergebnis: Solitude dämpfte im Mittel Gefühle mit hoher Erregung, sowohl angenehme als auch unangenehme. In einer Teilstudie führte Alleinsein zu Entspannung und weniger Stress, wenn die Menschen es selbst gewählt hatten. Das gilt als Hinweis, dass die freie Entscheidung zählt. Die Ergebnisse stammen aus Studien mit Befragten und lassen sich nicht auf jede Lebenslage übertragen.

Der britische Gesundheitsdienst NHS nennt unter seinen Tipps für mentales Wohlbefinden unter anderem Bewegung, Achtsamkeit und das Gespräch mit vertrauten Menschen.

Praxis: Me-Time gestalten

  • Feste Zeitfenster im Kalender reservieren, auch kurze.
  • Bildschirme beiseitelegen, siehe Digital Detox.
  • Etwas wählen, das entspannt: Spazieren, Lesen, Journaling.
  • Absprachen mit Familie oder Mitbewohnenden treffen.

Praktisch kann Me-Time sehr verschieden aussehen: ein langer Spaziergang, ein Bad, Musik, Handarbeit oder einfach Nichtstun. Entscheidend ist nicht die Art der Tätigkeit, sondern dass sie nicht aus Pflicht geschieht. Familien und Paare können Me-Time abwechselnd organisieren, sodass jede Person regelmäßig ein Zeitfenster hat. Auch kurze Momente zählen, etwa die erste Tasse Tee am Morgen in Ruhe.

Grenzen

Rückzug kann belasten, wenn er aus Einsamkeit oder Überforderung entsteht. Halten Niedergeschlagenheit oder Antriebslosigkeit an, ist ärztlicher oder psychotherapeutischer Rat sinnvoll.

Manche Menschen tun sich schwer damit, sich Zeit zu nehmen, weil sie ein schlechtes Gewissen haben. Das kommt vor und ist kein Zeichen von Schwäche. Hilfreich kann sein, die Auszeit als Pflege der eigenen Kräfte zu verstehen, die auch anderen zugutekommt. Wer die freien Minuten zunächst klein hält und regelmäßig nutzt, gewöhnt sich oft leichter daran als an eine große, selten genutzte Auszeit.

Quellen

Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.

Fragen und Antworten

Wie viel Me-Time ist sinnvoll?

Eine allgemeingültige Menge gibt es nicht. Entscheidend ist, dass die Zeit frei gewählt und als erholsam erlebt wird. Schon kurze, regelmäßige Fenster können im Alltag passen.

Ist Me-Time dasselbe wie Alleinsein?

Nicht unbedingt. Me-Time kann allein stattfinden, ist aber vor allem selbstbestimmte Zeit. Die Forschung zu Solitude zeigt, dass freiwilliges Alleinsein eher entspannt als erzwungenes.

Was tun, wenn die Zeit für sich fehlt?

Hilfreich sind feste Termine im Kalender und klare Absprachen mit dem Umfeld. Besteht dauerhafte Überlastung, kann ein Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt sinnvoll sein.

Siehe auch

  • Self-CareSelf-Care (Selbstfürsorge) bedeutet, bewusst für die eigene körperliche und seelische Gesundheit zu sorgen.
  • SelbstliebeSelbstliebe ist eine wohlwollende, annehmende Haltung sich selbst gegenüber, unabhängig von Leistung und Fehlern.
  • Digital DetoxDigital Detox bezeichnet bewusste Phasen ohne Smartphone, soziale Medien oder andere digitale Geräte, um Abstand und Aufmerksamkeit zurückzugewinnen.
  • Work-Life-BalanceWork-Life-Balance beschreibt ein als stimmig erlebtes Gleichgewicht zwischen den Anforderungen von Beruf und Privatleben.
  • Innere RuheInnere Ruhe ist ein Zustand seelischer Ausgeglichenheit, in dem Gedanken und Körper zur Ruhe kommen; sie lässt sich durch Übung fördern.