Definition
Selbstliebe
Selbstliebe ist eine wohlwollende, annehmende Haltung sich selbst gegenüber, unabhängig von Leistung und Fehlern.
Kurz gesagt: Selbstliebe bezeichnet eine wohlwollende Haltung sich selbst gegenüber. Psychologisch verwandt sind Selbstwert, Selbstakzeptanz und Selbstmitgefühl.
Bedeutung
Der Begriff ist kein Fachbegriff, wird in der Psychologie aber oft für Selbstwert und Selbstakzeptanz verwendet. Die Apotheken Umschau unterscheidet Selbstbewusstsein, das auf Können beruht, vom Selbstwert: Hier bewertet man sich positiv, unabhängig von Leistungen. Das heißt nicht, fehlerfrei zu sein, sondern sich so zu nehmen, wie man ist.
Fachlich näher liegen Begriffe wie Selbstwert, Selbstakzeptanz und Selbstmitgefühl (Self-Compassion), das Kristin Neff geprägt hat. „Selbstliebe“ wirkt manchen zu groß, weshalb „ganz okay“ als Ziel oft realistischer ist.
Was im Alltag passiert
Eine Haltung der Selbstliebe zeigt sich im Umgang mit Fehlern und Grenzen. Typische Merkmale:
- freundlicher innerer Dialog statt Dauerkritik
- Grenzen setzen und Nein sagen
- weniger Vergleich mit anderen
Die KKH zitiert die Psychologin Stefanie Stahl, die das Wort „ganz okay“ realistischer findet als „Selbstliebe“.
Die Apotheken Umschau nennt als Vorteile unter anderem klarere Kommunikation, Grenzen setzen und sich selbst treu bleiben.
Was die Forschung sagt
Selbstwert gilt in der Gesundheitsinformation als trainierbar. Die KKH beschreibt, dass mangelnder Selbstwert mit Risiken wie Depression einhergehen kann und nennt ein Training nach der Psychologin Kristin Neff, die den Begriff Selbstmitgefühl prägt. Solche Aussagen sind Zusammenhänge und kein Rezept. Ob Übungen im Einzelfall helfen, lässt sich nicht pauschal sagen. „Selbstliebe-Rituale“ aus Social Media sind meist nicht untersucht.
Die KKH berichtet, Männern falle Selbstliebe insgesamt leichter als Frauen. Solche Verallgemeinerungen sagen wenig über den Einzelfall.
Praxis: so lässt es sich nutzen
Ansätze sind kleine Gesten: sich selbst so ansprechen wie einen guten Freund, abends drei gelungene Dinge notieren, Grenzen ernst nehmen. Dazu passen Self-Care, Affirmationen und Journaling. Bei anhaltend negativen Gedanken, Niedergeschlagenheit oder Scham ist professionelle Unterstützung sinnvoll.
Selbstliebe ist kein Dauerzustand. Schwierige Phasen, Selbstkritik und Zweifel gehören zum Leben, und es lohnt sich, sie freundlich zu begleiten, statt sich auch dafür zu kritisieren.
Quellen
- Selbstwertgefühl stärken: Warum es so wichtig ist, wie es gelingt (Apotheken Umschau, abgerufen 2026)
- Wunderpille Selbstliebe: Sich selbst der beste Freund werden (KKH, abgerufen 2026)
Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.
Fragen und Antworten
Was ist Selbstliebe?
Eine annehmende, wohlwollende Haltung sich selbst gegenüber, die nicht von Leistung abhängt.
Ist Selbstliebe dasselbe wie Egoismus?
Nein. Wer sich selbst annimmt, kann laut der KKH gegenüber anderen authentischer und einfühlsamer auftreten.
Kann man Selbstliebe lernen?
Der Selbstwert gilt als trainierbar. Übungen wie Selbstmitgefühl, Grenzen setzen und freundlicher Selbstdialog werden oft empfohlen; bei starkem Leiden ist therapeutische Hilfe ratsam.
Siehe auch
- SelbstmitgefühlSelbstmitgefühl bedeutet, sich in schwierigen Momenten mit derselben Freundlichkeit zu begegnen, die man einem guten Freund entgegenbringen würde.
- Self-CareSelf-Care (Selbstfürsorge) bedeutet, bewusst für die eigene körperliche und seelische Gesundheit zu sorgen.
- AffirmationenAffirmationen sind kurze, positiv formulierte Sätze, die man wiederholt, um die eigene Haltung und Selbstsicht zu stärken.
- SelbstwirksamkeitSelbstwirksamkeit ist die Überzeugung, schwierige Anforderungen aus eigener Kraft bewältigen zu können; der Begriff geht auf Albert Bandura zurück.
- Mentale GesundheitMentale Gesundheit ist ein Zustand seelischen Wohlbefindens, in dem Menschen Belastungen bewältigen, lernen, arbeiten und zur Gemeinschaft beitragen können.