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Wohlfühlwissen

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Methode

Qigong: Was ist das und was bringen die Übungen?

Qigong ist eine chinesische Übungspraxis, die langsame Bewegungen, Atmung und Konzentration verbindet und in Deutschland als Präventionskurs zur Entspannung angeboten wird.

Qigong-Übung in einem Garten am Morgen
Foto: Egor Komarov / Pexels

Qigong, auch Qi Gong geschrieben, vereint Körperhaltung, langsame Bewegung, Atmung und Konzentration. Nach der Lehre sollen die Übungen das Qi, die Lebensenergie, zum Fließen bringen. Dieses Konzept stammt aus der traditionellen chinesischen Medizin und ist wissenschaftlich nicht belegt. Untersuchen lassen sich dagegen die Wirkungen der Praxis selbst.

Es gibt sehr viele Stile, bekannt sind die acht Brokatübungen, Ba Duan Jin. Studien deuten auf Vorteile bei Blutdruck, Schlaf, Gleichgewicht und Lebensqualität hin, zugleich bemängeln Übersichtsarbeiten die Qualität vieler Untersuchungen. Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.

Einordnung

  • Ein AOK-Kurs zu Qigong umfasst 10 Einheiten zu je 60 Minuten, führt die acht Übungen des Ba Duan Jin ein und läuft mit 6 bis 12 Teilnehmenden.
  • Der Kurs fällt in das Handlungsfeld Stressmanagement und ist laut AOK-Kursinfoblatt für Menschen mit akuten, behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankungen nicht geeignet.
  • Eine Übersichtsarbeit mit Metaanalyse zum Ba Duan Jin beschreibt Vorteile bei Lebensqualität, Schlaf, Balance, Handgriffkraft, Rumpfbeweglichkeit, Blutdruck und Ruhepuls; bei Beinkraft und Lungenfunktion blieb die Aussage unklar (2017).
  • Eine Übersichtsarbeit von 2007 zu Qigong bei Bluthochdruck wertete 12 Studien aus, fand ermutigende Hinweise auf einen niedrigeren systolischen Blutdruck, wertete die Studienqualität aber als niedrig.
  • Der Name Qigong für Gesundheitsübungen wird laut Wikipedia erst seit den 1950er-Jahren benutzt, die Wurzeln sind deutlich älter.

Die wichtigsten Angaben

Bereich
Traditionelle Lehren
Herkunft
China; Wurzeln in sehr alten Gesundheits- und Atemübungen, der Name Qigong für Gesundheitsübungen wird seit den 1950er-Jahren benutzt
Typische Einheit
Etwa 60 Minuten im Kurs; Alltagsübungen auch kürzer
Intensität
niedrig
Ausrüstung
bequeme Kleidung, flache Schuhe; keine
Kostenklasse
gering
Präventionskurs (§ 20 SGB V)
Ja, als zertifizierter Präventionskurs möglich
Studienlage
teilweise belegt – Übersichtsarbeiten nennen Vorteile bei Blutdruck, Schlaf, Balance und Lebensqualität, die Studienqualität ist oft begrenzt
Gut geeignet für
Erwachsene jeden Alters, die sanfte Bewegung mit Atmung und Ruhe verbinden möchten
Vorsicht bei
Bei akuten psychischen Erkrankungen, Schwindel, Bluthochdruck, Herzproblemen oder Gelenkbeschwerden ärztlichen Rat einholen; Übungen anpassen

So läuft eine Übungsstunde ab

Eine Einheit beginnt meist im Stehen mit lockeren Gelenken und tiefer Bauchatmung. Danach folgen fließende Bewegungsfolgen, die mit Atem und Gedanken verbunden werden, etwa das Heben und Senken der Arme. Zum Schluss gibt es eine kurze Ruhephase.

Im AOK-Kurs werden die acht Übungen des Ba Duan Jin erlernt und vertieft, ergänzt um Inhalte zu Stress, Pausen und dem Umgang mit Gedanken. Abschließend steht eine kurze Alltagsroutine, die sich zu Hause üben lässt.

Wirkung und Studienlage

Langsame Bewegung und ruhige Atmung können entspannen, das erklärt einen Teil der Effekte. Die Metaanalyse zum Ba Duan Jin fand Vorteile bei Schlaf, Balance und Blutdruck, die Übersichtsarbeit zu Bluthochdruck spricht von ermutigenden, aber nicht gesicherten Hinweisen. Beide betonen den Bedarf an besser geplanten Studien, und die Übersichtsarbeit von 2007 stuft die Qualität der ausgewerteten Studien als niedrig ein.

Eine Heilung von Krankheiten ist nicht belegt. Qigong kann als ergänzende Übung zu Bewegung und Stressabbau dienen, etwa wenn intensiver Sport nicht infrage kommt. Ähnlich wirkt das verwandte Tai Chi, das ebenfalls aus China stammt und im Fließen der Bewegungen vergleichbar ist.

Für wen geeignet, für wen nicht

Die Übungen sind niedrig intensiv und für viele Altersgruppen machbar, auch im Sitzen. Sie eignen sich für Menschen, die Stress abbauen und sich sanft bewegen wollen. Bei Schwindel, Bluthochdruck, Herzproblemen oder Gelenkbeschwerden wird die Übungsauswahl mit Arzt oder Ärztin abgestimmt.

Bei akuten psychischen Erkrankungen, die behandelt werden müssen, ist ein Präventionskurs laut AOK nicht das Mittel der Wahl. Die Praxis ersetzt keine Therapie.

Eine erste Übung in Schritten

  1. Hüftbreit stehen, die Knie leicht beugen, die Arme hängen locker.
  2. Einige ruhige Atemzüge in den Bauch nehmen.
  3. Beim Einatmen die Arme langsam vor dem Körper bis auf Brusthöhe heben.
  4. Beim Ausatmen die Hände weich nach unten sinken lassen und die Knie leicht beugen.
  5. Zehn Wiederholungen im eigenen Tempo, danach ruhig stehen und nachspüren.

Qigong und Tai Chi im Vergleich

Beide stammen aus China und setzen auf langsame Bewegungen. Tai Chi folgt längeren, festgelegten Formen mit Wurzeln in der Kampfkunst, Qigong besteht oft aus kurzen, wiederholten Übungen, die sich leicht in den Alltag einbauen lassen. Wer das Konzept des Qi einordnen will, findet es im Glossar unter Qi.

Quellen

Fragen und Antworten

Was ist Qigong?

Qigong ist eine chinesische Übungspraxis aus langsamen Bewegungen, Atmung und Konzentration. Sie wird zur Entspannung und Gesundheitsvorsorge genutzt.

Wie schreibt man Qigong, Qi Gong oder Chi Gong?

Gebräuchlich sind Qigong und Qi Gong. Gemeint ist dieselbe Übungspraxis.

Was ist Ba Duan Jin?

Ba Duan Jin sind die acht Brokatübungen, eine bekannte Qigong-Folge. Sie ist auch Inhalt von Präventionskursen der AOK.

Ist Qigong wissenschaftlich belegt?

Teilweise. Übersichtsarbeiten nennen Vorteile bei Blutdruck, Schlaf und Balance, die Studienqualität ist aber oft begrenzt. Das Konzept des Qi ist wissenschaftlich nicht belegt.

Zahlt die Krankenkasse einen Qigong-Kurs?

Es gibt Präventionskurse zu Qigong im Handlungsfeld Stressmanagement. Ob und wie viel bezuschusst wird, klärt man vorab mit der Krankenkasse.

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