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Methode

Basenfasten: Was die Kur bedeutet und was sie leistet

Basenfasten ist eine zeitlich begrenzte Ernährungskur, bei der vor allem Gemüse, Salate und Obst gegessen werden, während Fleisch, Wurst, Käse und Getreideprodukte wegfallen.

Schale mit frischem Gemüse in heller Küche
Foto: Loren Castillo / Pexels

Basenfasten teilt Lebensmittel in „basische“ und „säurebildende“ ein. Auf dem Speiseplan stehen Sellerie, Fenchel, Salate und viel Obst, gemieden werden Fleisch, Wurst, Käse, Getreideprodukte und Fastfood. Stiftung Warentest ordnet das Vorgehen eher als Schonkost denn als echtes Fasten ein.

Hinter der Kur steht die Annahme, der Körper werde durch Ernährung „übersäuert“. Für gesunde Menschen ist das nach aktueller Einschätzung der AOK nicht zutreffend, weil der Körper seinen Säure-Basen-Haushalt selbst regelt. Belastbare Belege für eine Wirkung der Kur fehlen. Viel Gemüse und Obst sind trotzdem eine sinnvolle Grundlage jeder Ernährung, auch ohne die dahinterstehende Theorie. Nur der behauptete Entsäuerungseffekt bleibt unbelegt. Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.

Einordnung

  • Basenfasten gilt laut Stiftung Warentest eher als Schonkost als als echtes Fasten.
  • Der Körper reguliert seinen Säure-Basen-Haushalt über Puffersysteme, Lunge, Nieren und Leber; eine ernährungsbedingte akute Übersäuerung gibt es bei Gesunden laut AOK nicht.
  • Belastbare Belege für eine Wirksamkeit der Methode fehlen laut Stiftung Warentest.
  • Bei Basenfasten kommen Getreide- und Milchprodukte zu kurz, wie Stiftung Warentest anmerkt.
  • Kurzzeitige Diäten wirken laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) nicht dauerhaft.

Die wichtigsten Angaben

Bereich
Ernährung & Fasten
Herkunft
Deutschland, 1990er-Jahre; beruht auf der Säure-Basen-Lehre
Typische Einheit
kein einheitlicher Standard; meist als zeitlich begrenzte Kur gedacht
Intensität
niedrig
Ausrüstung
keine
Kostenklasse
gering
Präventionskurs (§ 20 SGB V)
Nein
Studienlage
nicht belegt – bezogen auf die Annahme, die Kost könne den Körper „entsäuern“
Gut geeignet für
gesunde Erwachsene, die einige Tage bewusst viel Gemüse und Obst essen möchten
Vorsicht bei
bei Nieren- oder Lungenerkrankungen, Diabetes, Essstörungen, Schwangerschaft, Stillzeit und Medikamenteneinnahme vorher ärztlich klären

So läuft eine Basenfasten-Kur ab

Anhänger der Übersäuerungstheorie sortieren Lebensmittel nach ihrer vermuteten Wirkung auf den Säure-Basen-Haushalt. Als „basisch“ gelten Sellerie, Fenchel, Salate und Obst. Als „Säurebildner“ gelten Fleisch, Wurst, Käse, Getreideprodukte und Fastfood.

Eine feste Dauer ist in den geprüften Quellen nicht festgelegt. Die Kur wird meist für einen begrenzten Zeitraum geplant und danach beendet. Da Gemüse, Salat und Obst viel Platz auf dem Teller bekommen, ähnelt der Ablauf eher einer Schonkost als einer Fastenkur ohne feste Nahrung.

Wirkung und Studienlage

Die zentrale Annahme, Ernährung könne den Körper „übersäuern“, trifft für Gesunde nicht zu. Nach Angaben der AOK halten Puffersysteme, Lunge, Nieren und Leber den Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht. Aussagen zu „Entschlackung“ und „Entgiftung“ stammen demnach aus alternativen Ernährungslehren (mehr zur Idee im Glossar-Eintrag Detox).

Störungen des Säure-Basen-Haushalts können bei Erkrankungen von Lunge oder Nieren auftreten. Sie lassen sich laut Stiftung Warentest nicht durch eine Ernährungsumstellung beheben. Belastbare Belege dafür, dass Basenfasten wirkt, fehlen.

Als Pluspunkt bleibt: Viel Gemüse und Obst zu essen ist gesund. Dieser Effekt hängt aber nicht an der Säure-Basen-Lehre.

Für wen geeignet, für wen nicht

Gesunde Erwachsene können eine gemüsebetonte Woche ausprobieren. Auf Dauer ist die Kost einseitig, denn Getreide- und Milchprodukte kommen zu kurz. Die DGE weist außerdem darauf hin, dass kurzzeitige Diäten nicht dauerhaft wirken und häufig ein Jo-Jo-Effekt folgt.

Wer Erkrankungen hat, die den Säure-Basen-Haushalt betreffen können, etwa chronische Niereninsuffizienz oder Diabetes (AOK), sollte vorab ärztlichen Rat einholen. Das gilt ebenso bei Essstörungen, Schwangerschaft, Stillzeit und Medikamenteneinnahme. Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.

Vorsichtiger Probelauf in fünf Schritten

  1. Bei Vorerkrankungen oder Medikamenten zuerst in der Arztpraxis nachfragen.
  2. Einen kurzen, klar begrenzten Zeitraum festlegen.
  3. Mahlzeiten aus Gemüse, Salaten, Obst, Kräutern, Nüssen und Samen planen.
  4. Ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee trinken und auf Hunger- und Schwächesignale achten; bei Beschwerden abbrechen.
  5. Danach schrittweise zu einer abwechslungsreichen Mischkost zurückkehren. Wer dabei auf Sättigung und Genuss achtet, findet im Glossar-Eintrag achtsames Essen Anregungen.

Unterschied zu Heilfasten und Intervallfasten

Basenfasten regelt, was gegessen wird. Beim Heilfasten geht es dagegen um einen weitgehenden Verzicht auf feste Nahrung, beim Intervallfasten um feste Zeitfenster für Essen und Pausen. Die Methoden verfolgen unterschiedliche Ideen und lassen sich nicht gleichsetzen: Wer nur das Zeitfenster ändern möchte, braucht keine Lebensmittelliste, und wer eine Lebensmittelliste befolgt, isst deshalb noch nicht in einem festen Rhythmus. Einen Überblick über weitere Ansätze bietet das Methoden-Verzeichnis.

Quellen

Fragen und Antworten

Was ist Basenfasten?

Basenfasten ist eine zeitlich begrenzte Ernährungskur nach der Säure-Basen-Lehre. Gegessen werden vor allem Gemüse, Salate und Obst, gemieden werden Fleisch, Wurst, Käse, Getreideprodukte und Fastfood.

Wie lange dauert Basenfasten?

Eine einheitlich festgelegte Dauer nennen die geprüften Quellen nicht. In der Regel wird ein begrenzter Zeitraum gewählt. Wegen der einseitigen Auswahl ist eine Dauerernährung danach nicht gedacht.

Entgiftet Basenfasten den Körper?

Das ist nicht belegt. Nach Angaben der AOK stammen Aussagen zu Entschlackung und Entgiftung aus alternativen Ernährungslehren, und der gesunde Körper reguliert seinen Säure-Basen-Haushalt selbst.

Kann Basenfasten beim Abnehmen helfen?

Studien dazu fanden die geprüften Quellen nicht. Die DGE betont allgemein, dass kurzzeitige Diäten nicht dauerhaft wirken und oft ein Jo-Jo-Effekt folgt. Nachhaltiger ist eine langfristige Ernährungsumstellung.

Für wen ist Basenfasten nicht geeignet?

Bei Nieren- oder Lungenerkrankungen, Diabetes, Essstörungen, Schwangerschaft, Stillzeit oder Medikamenteneinnahme sollte vorher ärztlicher Rat eingeholt werden.

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